Das AsianArt Ensemble


Das 2007 initiierte und 2009 in der jetzigen Form gegründete AsianArt Ensemble erhielt 2012 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für seine erste CD „asianart ensemble“, erschienen bei Celestial Harmonies.
Das Ensemble erfährt seitdem eine stetig wachsende Aufmerksamkeit und konnte 2017 durch die Förderung des Hauptsstadtkulturfonds und des Goethe-Instituts das internationale Festival für aktuelle interkulturelle Musik TURBULENZEN im Radialsystem V veranstalten.

Einzigartig in der Welt in seiner Besetzung und der Musik, die es darbietet, hat es sich bereits einen festen Platz in der Musiklandschaft gesichert. Die Besetzung des Ensembles mit Instrumenten aus China, Japan, Korea und europäischen Streichern eröffnet neue Wege in der aktuellen Musiklandschaft jenseits der bekannten Strömungen der Neuen Musik oder der sogenannten Weltmusik. Es ist vielmehr auf dem Wege, eine „Aktuelle Musik der Welt“ zu kreieren.

Die Konzertprogramme beschreiten neue Klangräume, die weder dem europäischen noch dem asiatischen Kulturkreis direkt zugeordnet werden können. Abgerundet werden die Konzerte stets von Musik, die das improvisatorische Element betonen und die dem spielerischen und virtuosen Können seiner Mitglieder freien Raum geben. 
Auf neu komponierte Musik ist das AsianArt Ensemble vielleicht wie keines in der Welt angewiesen, existieren doch kaum Werke, worauf es zurückgreifen könnte. Um neue Werke anzuregen, veranstaltet das Ensemble Workshops für Komponisten. Es wird dabei besonderen Wert auf die Eigenheiten der asiatischen Instrumente und ihrer originären Musik gelegt - mit dem Ziel, einen neuen kompositorischen Ansatz zu initiieren.

Eine feste Formation, die Instrumente aus China, Japan und Korea mit europäischen Streichinstrumenten verschmilzt, hat auch - wenn auch nicht direkt beabsichtigt - eine politische Dimension: In den drei asiatischen Ländern werden so viele, teilweise nationalistisch gefärbte Ressentiments gegenüber den Nachbarn gehegt, dass ein solches Ensemble dort gar nicht denkbar wäre. Berlin scheint der ideale Ort für diese Zusammenkunft gewesen zu sein. Insofern ist das AsianArt Ensemble ein Berliner Ensemble.

Die Laudatio zum Preis der Deutschen Schallplattenkritik vom Helmut Rohm bringt es vielleicht auf den Punkt:
"Ein aus Stücken fernöstlicher und deutscher Provenienz bezwingend komponiertes Programm! Den Musikern des 2007* in München gegründeten AsianArt Ensemble glückt es, eine Kultur des Zusammenspiels zu entwickeln, die staunen macht. Während sie im Klangfluss Intonationsweisen und Vokabularien, Kolorit und rhythmische Energien morgen- und abendländischer Tradition in Eins fließen lassen, möchte man als Hörer mitunter glauben, Zeit und Raum spielten keine Rolle mehr." 



Im Einzelnen

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Hong Yoo - Daegeum

Der Spieler der koreanischen Bambusflöte Daegeum Yoo Hong besuchte die Gugak National High School und studierte an der Seoul National University. Danach setzte er seine Studien an der School of oriental and African Studies, University of London (Master-Programm MMus Performance), fort und ließ sich anschließend als Solist in Berlin nieder. Im Rahmen seiner Konzerttätigkeit erhält er regelmäßig Einladungen zu Festivals in Europa und Korea, darunter: World Minimal Festival (Amsterdam), Klangspuren Festival (Schwaz, Österreich), Trans Art Festival (Bolzano, talien), Tongyeong International Music Festival (Korea) und Shanghai International Art Festival. Als Mitglied des Ensembles Jeong Ga Ak Hoe hatte er Auftritte in Kopenhagen, Helsinki, Tallin und Berlin. Er veröffentlichte verschiedene CDs und wurde in Korea mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 1. Preis des Jeonju Festivals und mit dem Special Prize des DongAConcours.

Als Mitglied der Formationen AsianArt Ensemble, Ensemble Extrakte und Duo Momentum, die sich aus traditionellen asiatischen und westlichen klassischen Instrumenten zusammensetzen, bemüht sich Yoo Hong stetig darum, die m bekanntzumachen und ihr Potenzial weiterzuentwickeln. Er erweitert kontinuierlich sein Repertoire von traditioneller Musik zu Neuschöpfungen europäischer Komponisten und nimmt regelmäßig an Workshops teil.
www.yoohongmusic.com
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Wu Wei - Sheng

wurde 1970 in China geboren und lebt seit 1995 in Berlin. Nach einem Meisterschülr-Studium auf der chinesischen Mundorgel Sheng am Musikkonservatorium von Shanghai und ersten Erfolgen als Solist des Orchesters für klassische chinesische Musik von Shanghai erhielt er 1995 ein DAAD-Stipendium an der Hochschule für Musik Hans Eisler in Berlin. Seitdem hat er seine musikalische Sprache und seinen musikalischen Horizont auf der mehr als 4000 Jahre alten Sheng wie auch der Lusheng, der Erhu und der Matouqin ständig erweitert. Er gehört in China zur Avantgarde in dem Bemühen, die traditionelle Musik der zeitgenössischen Musik anzunähern.
Als Sheng Solist spielte er mit vielen renommierten Orchestern wie dem Berliner Philharmonischen Orchester unter Kent Nagano, dem Albany New York Symphony unter David Alan Miller; dem Symphoy Orchestra Vlaanderen unter Jonas Alber; den Münchner Symphonikern Streichquartett; dem Kammermusikensemble des Deutsches Symphonie Orchester Berlin; dem Ensemble Musica Viva Dresden; dem Ensemble MUSICA TEMPORALE Dresden; dem Ensemble On Line Wien usw.
Er ist Mitglieder vom Atlas Ensemble Holland und als Solist arbeitet er regelmäßig mit dem Nieuw Ensemble Amsterdam zusammen. Neben den Preisen für traditionelle chinesische Musik in China gewann er 1996 und 2002 den ersten Preis im Welt-Musikwettbewerb „Musica Vitale“ in Deutschland. 2004 wurde er Preisträger des Deutschen Folkpreises „Global Ruth“.
www.wuweimusic.com
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Naoko Kikuchi - Koto

wurde in Sendai, Japan geboren und erlernte seit ihrer frühen Kindheit von ihrer Mutter und Großmutter das Kotospielen.
Sie hatte bei Tadao Sawai und Kazue Sawai ,sowie im “Jiuta-Sangen” bei Nobuko Yokota. Seit Ihrem Studium an der Sophia-Universität ist sie Mitglied des “Kazue Sawai Koto Ensemble” und nahm an Welttourneen durch die damalige Sowjetunion, die Ukraine, Österreichm,Frankreich, die Schweiz, Deutschland und die drei baltischen Staaten und Süd America teil.
Sie hat an der NHK (nationale japanische Fernsehgesellschaft) -Schule für traditionelle japanische Instrumente ihren Abschluss gemacht und hat bei mehreren Wettbewerben Preise gewonnen.
2006 und 2008 hatte sie eine Balkan-Tournee durch Rumänien, Bulgarien, Serbien und Montenegro, Bosnia, und Kroatia,wo sie an unterschiedlichen Orten Konzerte gab und nahm Orten Festival teil. Außerdem hat sie 2006 am "4th Asian Performing Arts Festival, Taipei 06" teilgenommen.
Als Solisten Auftritte mit Musikern, Komponisten und Künstlern verschiedener Genres, Teilahme an Erstauffürungen neuer Werke, Entwicklung Verfeinerung und Erweiterund der msikalischen Kenntnisse und Fähigkeiten: Einübung von alten Stücken mit ausgeprägtem Koto-Instrumentalcharakter sowie Aneignung von breitgefächerten in Frankfurt als Stipendiatin des “Japanese Government Overseas Study Program for Artists” und Mitglied der International Ensemble Modern Academie(IEMA). Gegenwärtig Darbietungsaktivitäten und Koto-Unterricht in Frankfurt und Tokio.
www.naokokikuchi.com

Foto George Hattori
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Youjin Sung - Gayageum

wurde 1982 geboren und spielt seit dem 12. Lebensjahr Gayagŭm, Sie lernte in der „Gukak National High School“ und studierte traditionelle koreanische Musik an der „Korea National University of Art“. 2008 absolvierte sie mit Erfolg ihren Masterstudiengang. In den Jahren 2004-2009 war Yujin Sung Mitglied im Jeonggaakhoe Ensemble und im Gomool Ensemble. Als Solistin trat sie in den Konzertprojekten „Grida“,
„Gayageum Duo Projekt Sam“, „Gayagŭm Sanjo nach Choi Ok-Sam in dem Programm Gespielt. Erklärt. Gespielt“ und „Minsok-ak Trommelschlag des Herzens“ auf. Sie wirkte als musikalische Leiterin bei den Theaterstücken „Dumb Waiter“, „The Murder in the Cathedral“ und „Voice“ in verschiedenen Theatern mit. Seit 2014 lebt sie als Gayageum-Spielerin und als Mitglied des AsianArt Ensemble in Berlin.
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Matthias Leupold - Violine

lebt als freischaffender Musiker in Berlin. Er ist Mitglied im Ensemble Oriol und der Kammerakademie Potsdam. Als Tangogeiger feierte er mit dem Tango Real Quartett in Buenos Aires, Montevideo, Istanbul, Lissabon und im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie große Erfolge. Seit seinem Studium an der UdK Berlin setzte er sich intensiv für die zeitgenössische Avantgarde ein. Er wirkte bei zahlreichen Uraufführungen sowohl solistisch als auch im Ensemble Modern Frankfurt, dem Kammerensemble für Neue Musik Berlin und dem Modern Art Sextet mit. 1997 gründete er mit dem Komponisten und Gitarristen Il-Ryun Chung das Duo Berlin Strings & Percussion für Violine und Gitarre.

Foto: Holger Groß
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Chang-Yun Yoo - Viola

Geboren 1972 in Seoul, Süd-Korea, erhielt Chang-Yun Yoo im Alter von fünf Jahren den  ersten Klavier- unterricht. Mit elf Jahren bekam  er zusätzlich Unterricht an der Bratsche. Bereits nach kurzer Zeit gewann er mit der Bratsche zahlreiche nationale Wettbewerbe in der Republik Korea.  Chang-Yun Yoo studierte Geige bei Prof. Helfried Fister an dem Kärntner Landeskonservatorium in Österreich und bei Professor Rohde an der Universität der Künste in Berlin und absolvierte 2006 sein Konzertexamen als Bratscher mit Erfolg. Während des Studiums gewann Chang-Yun Yoo zahlreiche internationale Wettbewerbe..
Seit 2007 arbeitet er freiberuflich als Konzert- und  Kammermusiker mit renommierten Ensembles wie Kammerphilharmonie Bremen, Potsdamer Kammerakademie, Ensemble Resonanz Hamburg, Modern Art Ensemble Berlin  und  anderen zusammen.   Er komponiert außerdem Filmmusik in den unterschiedlichsten Stilrichtungen und schrieb die Musik für die Filme Zwei in mir, Das Zimmer, a Lucky Day, kleine Veränderung und  Der Ekel, die in Berlin  Premiere feierten.
www.yoochangyun.de

Foto: Holger Groß
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Gabriella Strümpel - Violoncello

wurde in den USA geboren und kam im Alter von sieben Jahren nach Berlin. Sie studierte bei Dietmar Schwalke (HdK, Berlin) und Christoph Richter (Folkwang-Hochschule, Essen) und legte ihr Konzertexamen bei Wolfgang Boettcher (HdK) ab. Außerdem war sie Stipendiatin an der Krakauer Mozartakademie. Sie nahm teil an Meisterkursen bei György Kurtág, Sándor Végh, Boris Pergamenschikow und häufig bei György Sebök. 11 Jahre lang war sie Mitglied des Flämischen Radioorchesters in Brüssel (jetzt „Brussels Philharmonic“). Seit 2008 lebt sie als Freischaffende in Berlin und konzertiert in verschiedensten Formationen und als Solistin, u. a. als Barockcellistin. Sie half viel in Orchestern aus, z.B. an der Deutschen Oper, bei den Berliner Philharmonikern und oft bei der Kammerakademie Potsdam. An der Schaubühne, Berlin wirkt sie mit bei „Fräulein Julie“ . Frau Stümpel ist gefragte Dozentin für Kammermusik und Orchester (Sinfonietta Potsdam, deutsch-skandinavische Jugendphilharmonie, Internationaler Arbeitskreis für Musik (IAM), Musikakademie Rheinsberg). Darüber hinaus gibt sie „Musicoaching“- ganzheitliche Begleitung für Amateure und Professionelle.
www.musicoaching.eu

Foto: Holger Groß
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Matthias Bauer - Kontrabass

geboren 1959, studierte an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin. Nach Aufenthalten in Lyon und Köln lebt er seit 1991 als freischaffender Kontrabassist in Berlin. Er ist in der Neuen Musik als gefragter Interpret tätig und arbeitet u.a. mit dem Ensemble unitedberlin, Ensemble mosaik, Ensemble Junge Musik, Asian Art Ensemble. Er gastierte auf Festivals wie MaerzMusik Berlin, musica viva München, Ultima Oslo, Biennale Venedig, Nuova Consonanza Rom, Donaueschinger Musiktage, Wien Modern, Festival Angelica Bologna. Er realisierte Bühnenmusiken und Konzepte für improvisierende Musiker. Neben Solo- Programmen für Kontrabass und Stimme gibt er zahlreiche Konzerte mit Musikern der improvisierten Musik. Auf CD erschienen (Auswahl): FMP - Berlin Abbozzi; Emanemdisc - Kryonics; Jazzwerkstatt - Bauer 4; Creativesource records - Alchimia organica; Jazzwerkstatt - Aeres u.v.a.
www.bauerbass.de

Foto: Matthias Bothor
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Il-Ryun Chung - Janggu/Jing und musikalische Leitung

wurde 1964 in Frankfurt am Main geboren. Bei Carlo Domeniconi studierte er von 1985 bis 1989 Gitarre und Komposition. In den darauf folgenden Jahren 1989-1995 vervollkommnete er an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Jolyon Brettingham-Smith seine kompositorische Ausbildung. Eine Begegnung von großer Wichtigkeit war das Kennenlernen des koreanischen Meistertrommlers Kim Duk-Soo, der ihn mit der Perkussionsmusik Koreas vertraut machte und sein rhythmisches Empfinden entscheidend prägte.
2009 Mitbegründung des AsianArt Ensembles.
Seit Februar 2014 Leitung des Fachbereichs Komposition/Aktuelle Musik an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt und künstlerischer Leiter der Zeitströme.
2016 Composer in Residence beim National Orchestra of Korea.
Seit 2017 künstlerische Leitung des Festivals Turbulenzen.
www.ilryunchung.com

Foto: Holger Groß
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Adam Weisman - Schlagzeug

Adam Weisman studierte bei Fred Hinger and Chris Lamb an der Manhattan School of Music in New York, bei Sylvio Gualda in Versailles und bei Peter Sadlo und Robyn Schulkowsky in München. 1991 erhielt er den dritten Preis beim ARD Musikwettbewerb in München und 1992 den zweiten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf. Er komponierte und spielte Musik für Theaterstücke am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Württembergischen Landestheater Esslingen und Landestheater Linz. Er spielte Neue Musik mit dem New Music Consort und der NewBand in New York von 1988 bis 1990, sowie mit dem Ensemble Modern, mit dem Klangforum Wien (Residenzmitglied 1997-98, 2004-05) mit Ascolta (posthum Uraufführung von Frank Zappa), mit Zeitkratzer (Konzerte mit Lou Reed) und dem Scharoun Ensemble (Mitglieder der Berliner Philharmoniker). Er wirkte bei zahlreichen CD-Productionen mit, u.a. eine CD mit dem Ensemble Modern, Frank Zappa und der Musik von Edgar Varese.
Seine Solo CD Mani, mit drei Kompositionen für Solo Percussion von Pierluigi Billone, wurde vom Verein Deutsche Schallplattenkritik e.V. in die Bestenliste 1-2011 im Genre Zeitgenössische Musik aufgenommen. Adam Weisman spielte Uraufführungen von Tan Dun, David Lang, Wolfgang Rihm, und Peter Eotvos u.a. Als Solist trat er in Athen, Paris, München, Genf, Berlin, Wien, Danzig, Peruggia und Mar del Plata, Argentinien auf. Er ist Rockdrummer bei The Diatribes.
www.adamweisman.net

Foto: Volker Blumenthaler